Karl der Große – „Vater Europas“?

Karl der Große (lat. Carolus Magnus) war von 768 bis 814 König der Franken. Unter seiner Herrschaft gelang dem Frankenreich seine größte Ausdehnung und Machtentfaltung.

Lebenslauf/ Kriege/Eroberungen

Geboren wurde er vermutlich am 2. April 748, sein Geburtsort ist nicht bekannt.Am 14. September starb Karls Vater Pippin und das Frankenreich wird zwischen ihm und seinem Bruder Karlmann aufgeteilt. Karl bekam Neustrien, Austrasien und das westliche Aquitanien, Karlmann das östliche Aquitanien, die Provence, Burgund und Alemannien. Nach dem Tod seines Bruders war er von 771 an Alleinherrscher.

Von 772 bis 804 kämpfte Karl gegen die Sachsen (Sachenkriege). Im März 773 wurde Karl vom Papst um Hilfe gegen die Lamgobarden gebeten, 774 eroberten die Franken Pavia und Karl nahm den Titel Rex Langobardorum an.

775/776 wurden die Sachsen von Karl unterworfen, welcher mit der Chritianisierung der Sachsen ebenfalls begann.

778 versuchte Karl auch die Muslime in Spanien zu unterwerfen, wurde jedoch zurückgeschlagen. Nach 800 gelang es ihm, gemeinsam mit seinem Sohn Ludwig, von der spanischen Grenze bis zum Ebro als Spanische Mark einzurichten. 785 unterwarf sich Widukind, der Anführer der Sachsen und ließ sich taufen. 787 wurde der bayerische Herzog Tassilo lll. besiegt, 788 setzte Karl ihn im Pfalz Ingelheim ab und gliederte Bayern ins Frankenreich ein.

795 kämpfte Karl erneut gegen die Araber in Spanien. 791-796 unterwarf Karl in mehreren Kriegen die Awaren an der Donau und am Theiß und errichtete die Awarische Mark. Am 25. Dezember 800 wurde Karl durch Papst Leo lll. in der Peterskirche in Rom zum Kaiser gekrönt, nachdem Karl dem Papst bei der Verschwörung des römischen Stadtadels geholfen hatte. 804 unterwarf er die Sachsen endgültig und gliederte sie in das Frankenreich ein.

Am 28. Januar 814 starb Karl in Aachen und wurde dort in der Pfalzkapelle beigesetzt. 1950 stiftete Aachen in Anerkennung seiner Verdienste den internationalen Karlspreis, der jährlich vergeben wird.

Warum wird Karl „ Vater Europas“ genannt?

Bei diesem Thema gibt es verschiedene Meinungen unter den Historikern. Viele meinen, er heißt so, weil er das fränkische Reich regierte, welches- durch seine Erweiterung- sich um fast ganz Europa erstreckte. 

Weiterlesen

Das Frankenreich – Vorgänger des heutigen Europas?

Das Gebiet in denen die Franken ursprünglich lebten, lag im nördlichen Rheingebiet. Es war deutlich kleiner als das heutige Frankreich. Doch unter der Herrschaft von König Chlodwig I. (481/82 – 511) und  später Karl dem Großen (herrschte 768 – 814) wurde das Reich beträchtlich vergrößert.

Durch die Eroberungen von Mittel- und Oberfranken wurde die immer stärker werdende Allianz unter Chlodwig I. eine starke Bedrohung für das römische Reich. Als dann im 5. Jahrhundert das römische Reich zerfiel, eroberte Chlodwig I. weiteres Land im Bereich des heutigen Belgiens. 487 unterwarf Chlodwig I. das Land des Synagrius, dem letzten selbständigen römischen Herrscher. Unaufhaltsam rückte er weiter und besiegte die Alemannen, die vor allem im heutigen Baden – Württemberg lebten. 507 eroberte er Aquitanien, im heutigen Südfrankreich.

Karl der Große

Zum Zeitpunkt der Krönung Karl des Großen gehörte bereits das Reich der Burgunder zum Herrschaftsgebiet, im heutigen Frankreich. Unter Karl dem Großen wurden dann auch noch die Gebiete der Sachsen, Thüringer, Böhmer, Bayern und Lombarden eingenommen. Zusätzlich eroberte er einen Teil Spaniens, die sogenannte Spanische Mark.  Das Imperium reichte somit vom heutigen Spanien bis nach Ungarn.

Das Frankenreich bedeckte weite Teile der heutigen EU, füllte es aber nicht vollständig aus: Die Länder im Norden und Osten fehlen (Zypern, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Finnland, Schweden, Dänemark, Großbritannien, Irland). Im Westen fehlen der größte Teil Spaniens und Portugal. 

Gemeinsamkeiten und Unterschiede vom Frankenreich und dem heutigen Europa:
Karl der Große führte Kriege um die Länder unter seiner Herrschaft zu vereinen. Heute sind sie freiwillig unter dem Dach der EU vereint, u.a. um Kriege zu vermeiden und wirtschaftlich zusammen zu arbeiten.

Bildquellen: https://www.kinderzeitmaschine.de/mittelalter/fruehmittelalter/ereignisse/die-merowingerzeit/chlodwig-i-und-das-katholische-christentum/      

https://www.welt.de/geschichte/article187218462/Frankenreich-Woran-Karl-der-Grosse-wirklich-litt-und-am-Ende-starb.html  https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%A4nkisches_Reich

Die Hanse – Wieso schließen sich Kaufleute zusammen?

Den Begriff “Hanse” habe ich das erste Mal gehört, als ich meine Eltern fragte, warum Hamburg denn das Autokennzeichen HH hat, Hansestadt Hamburg. Einige andere deutsche Städte beziehen sich heute noch auf ihre Geschichte als Hansestädte: Lübeck (HL), Bremen (HB), Wismar (HWI), Stralsund (HST), Rostock (HRO) und Greifswald (HGW). Aber was war denn eigentlich die Hanse?

Schulwandbild aus den 60er-Jahren. Die berühmten Hansekoggen werden be- und entladen. (Quelle:  Kieler Nachrichten/akg-images)

Das Thema “Hanse” passt prima zu unseren Erkundungen des Mittelalters. Im 12. Jahrhundert, also im späten Mittelalter, wurde die “Hanse” von norddeutschen Kaufleuten gegründet. Sie war eine Vereinigung seefahrender Kaufleute. Unter Führung von Lübecker Kaufleuten entstand daraus ein Netz von Wirtschaftsverbindungen zwischen Hafenstädten an Nord- und Ostsee sowie von anderen bedeutenden Handelsstädten in Deutschland (beispielsweise Köln und auch Berlin). An ihrem Höhepunkt gehörten der Hanse ca. 200 Städte an. Die Hanse organisierte und kontrollierte den Handel mit Wolle, Getreide, Holz, Fisch, Fellen, Honig, aber auch Wein und feinen Stoffen an der Ostsee. Das typische Handelsschiff war die Kogge ein Schiff mit einem einzigen Mast und einem geräumigen Lagerraum, in dem die Waren transportiert werden konnten. Das Zentrum der Hanse war die Stadt Lübeck, wo die Ratsversammlungen der Hanse, die sogenanten Hansetage stattfanden. Dort wurden wichtige Probleme und Massnahmen diskutiert, die den Verbund betrafen.

Weiterlesen

Die Zünfte – ein Vorteil für die Handwerker?

Zünfte waren Gemeinschaften von Handwerker, die sich zusammenschließen, um sich gegenseitig zu helfen und Regeln zu vereinbaren. Die Zünfte bildeten ein soziales und ökonomisches System zur Regelung von Rohstofflieferungen, Beschäftigungszahlen, Löhnen, Preisen, Sicherung von Qualität, Absatzmengen bis hin zur Witwenversorgung. Sie garantierten den Mitgliedern ein gerechtes Einkommen und den Käufern ein stabiles Preis-Leistungsverhältnis. Sie regelten auch die Ausbildung der Handwerker.

Zünfte umfassten mitunter mehrere Berufsgruppen. Äußeres Zeichen sind nach mittelalterlicher Tradition je nach Zunftordnung Wappen, Zunftzeichen und eine einheitliche Bekleidung.  

Bekannte Zünfte

  1. Schuster 
  2. Fischer 
  3. Schlachter 
  4. Tuchmacher 
  5. Weber 
  6. Maler 
  7. Müller 
  8. Maurer 
  9. Zimmerer 
  10. Dachdecker 
  11. Schneider 
  12. Bäcker 
  13. Sattler 
  14. Schmiede 
  15. Kürschner 
  16. Gerber

Vorteile und Nachteile

Vorteile:

  • Kranken- und Arbeitsunfähigkeitsversorgung
  • Witwen- und Waisenversorgung
  • Gemeinschaft
  • Ausbildung von Lehrlingen
  • Finanzielle Absicherung
  • Qualitätskontrolle
  • Gemeinsamer Einkauf und Handel
  • Mehr Einfluss und Macht in der Stadt

Nachteile:

  • Strenge Regeln 
  • Preisbildung und Absprache
  • Beiträge zahlen
  • Einschränkung der Selbstständigkeit
  • Wettbewerbsbeschränkung
  • Beschränkung der Gesellenzahl
  • Widerstand gegen innovative Fortschritte
  • Verhinderung hoher Produktivität 
  • Beschränkung der Wohnortwahl

Quellen: 

http://www.altes-handwerk.dieter-krieger.de/Handwerk/zunft.htm
https://www.wasistwas.de/archiv-geschichte-details/was-ist-eine-zunft.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Zunft

Wodurch zeichnet sich das Patriziat als herrschende Schicht aus?

Das Wort Patrizier kommt aus dem Lateinischen Wort Patricius. Es war die Bezeichnung der alteingesessenen Oberschicht im alten Rom. Das erste Patriziat bildete sich am ehemaligen Ortsadel oder der örtlichen Ministerialität.

Die Patrizier herrschten über viele
Ämter, um das Patriziat zum alleinigen Herrscher zu machen. Sie waren meistens Kaufleute und beschlossen, dass die Ämter vererbt wurden. In Venedig und Genua hatte das Patriziat schon früh die Macht übernommen. Im Spätmittelalter entwickelten sich auch viele andere Patriziate wie z.B. in den Niederlanden und Florenz .

Seit dem 17. Jahrhundert wurden nicht nur die Ortsadel zum Patrizier sondern auch die Großbürger und Hanseaten. Die Großbürger und Hanseaten wurden auch als Bürgeradel bezeichnet. Sie sahen sich als Patrizier an und entwickelten ein Standesbewusstsein das die alten Patrizier nicht hatten.

Quellen:
http://www.wikipedia.de
www. hellesköpfchen .de

Die mittelalterliche Ständeordnung – eine gottgewollte Ungleichheit?

Im Mittelalter gab es drei Stände, die Geistlichen, die Adligen und die Bauern. Zu den Geistlichen gehörten Bischöfe, Mönche und Priester. Zu den Adligen gehörten Kaiser, Könige und Ritter. Der dritte Stand waren die Bauern.

Der Geistliche Stand war der vornehmste, da der Glauben in ganz Europa eine wichtige Rolle einnahm. Mit ihrer überlegenen Stellung konnten sie einen erheblichen Einfluss ausüben. Auch schon die Kleidung unterschied sie von den übrigen Schichten. Sie sollten laut Christus beten und sich mit der Glaubenslehre beschäftigen.

Die mittelalterliche Ständeordnung in der „Pronostacio“ des Astrologen Johannes Lichtenberger, 1488 Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:St%C3%A4ndemodell_Lichtenberger.jpg?uselang=de

Den Adligen, also Kaisern, Königen und Rittern sollten sich um die Sicherheit aller anderen kümmern. Sie durften herrschen, mussten aber auch Wehrstand leisten. Die Bauern waren der ärmste der drei Stände. Sie mussten arbeiten und für die Nahrung sorgen (Nährstand). Ihre Häuser waren deutlich kleiner als die der Adeligen. Für uns heute ist das zwar schwer vorstellbar, aber im Mittelalter war das System gerecht. Jeder fühlte sich geehrt durch die Pflicht die Christus einem zugeteilt hatte.

Quelle: Schulbuch

Das Lehnswesen – Wie regierte ein König sein Land?

Im Mittelalter gab es eine feste politische Rangordnung. Wer als Leibeigener geboren wurde, hatte gar keine Chancen einen höheren Rang und somit eine Bildung zu erreichen. D.h. die Rangordnung blieb immer in der Familie.

Lehnseid – (Holzschnitt aus Ulrich Tengler’s „Leihenspiegel“ Augsburg 1512
Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lehnseid.png?uselang=de

Der oberste Herrscher war der König. Unter ihm waren Herzöge, Grafen und Bischöfe. Diese sind die engsten Vertrauten des Königs. Sie helfen ihm als Richter, Berater, Heeresführer und als Gesandte. Im Gegenzug zu ihrer Treue dem König gegenüber, bekommen sie Gut verliehen. Dieses Gut verliehen die Vasallen wiederum an Untertanen, die Ihnen treu ergeben sind. Diese Leute nannte man auch Untervasallen. Das Land der Untervasallen wurde von den Leibeigenen und Hörigen bearbeitet.
Heutzutage empfinden wir diese Rangordnung für ungerecht.  

Quelle: Schulbuch/ Tafelbild